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Die Begriffe „Trieb” und „Trieb-Abwehr” sind relativ. Eine triebhafte Haltung kann zur Niederhaltung einer entgegengesetzten oder sonstigen ursprünglicher verpönten Haltung benutzt werden, — und es gibt wohl keine „triebhafte Haltung”, die nicht solchem Zwecke dienen könnte. (Freilich unterscheidet sich eine reaktive Triebhaftigkeit von einer spontanen sehr deutlich.) — Hill beschreibt nun Fälle, wo ein aggressives Verhalten nicht einer genuinen Feindseligkeit entsprach, sondern einer Abwehr-Funktion diente. Ref. hält die Zusammenstellung von äußeren „Abwehr-Bildern” theoretisch wie praktisch für sehr wichtig und Hills Arbeit deshalb für besonders dankenswert, auch wenn er folgende Ansicht Hills nicht zu teilen vermag; „Gewöhnlich pflegen wir zu denken, daß eine negative Übertragung in der Analyse frühzeitig gedeutet werden müßte, daß aber eine positive Übertragung übergangen und sich selbst überlassen bleiben könnte, bis sie deutlich im Dienste des Widerstandes steht. Diese im allgemeinen richtige Regel kann dazu neigen, sich im Kopfe des Analytikers in die Formel zu übersetzen, daß in der Analyse Liebe ein Abwehr-Vorwand wäre, Haß aber real,” Ref. ist einer solchen Auffassung, die allerdings grob falsch wäre, bei Analytikern niemals begegnet.
Feindselige Haltung kann abwehren: Angst, Schuldgefühl, Abhängigkeitsgefühle (rezeptive Haltungen), Passivität und positive Liebes-Einstellungen. In allen solchen Fällen, betont Hill mit Recht, ist es besonders wichtig, daß der Analytiker Übertragungsakttonen nur analysiere und in keiner Weise „mitspiele”; denn gerade Patienten dieses Typus sind sehr feinfühlig und nutzen Gegenaktionen des Analytikers sofort aus.
Drei Fälle werden eindrucksvoll geschildert, in denen erst die konsequente Aufdeckung der reaktiven Natur der „negativen Übertragung” weiterhalf, Allen drei Fällen hatte das Milieu diesen Abwehr-Typus aufgezwungen; in der Frühzeit war ein besonderes Verlangen nach Geliebtwerden und gleichzeitig eine starke Aggressionsn