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Es ist wohlbekannt, daß in der Frühzeit der Psychoanalyse der allgemeine Widerstand gegen diese neue Wissenschaft die gröbsten Formen annahm. Wie er sich später äußerte und selbst jetzt noch äußert, darüber schrieb Freud kürzlich: der Kampf „setzt sich fort, nur in mehr gesitteten Formen. Neu ist auch, daß sich in der wissenschaftlichen Gesellschaft eine Art von Pufferschicht zwischen der Analyse und ihren Gegnern gebildet hat, Leute, die etwas an der Analyse gelten lassen, es auch unter ergötzlichen Verklausulierungen bekennen, dafür anderes ablehnen, wie sie nicht laut genug verkünden können. Was sie bei dieser Auswahl bestimmt, ist nicht leicht zu erraten. Es scheinen persönliche Sympathien zu sein … Daß das Gebäude der Psychoanalyse, obwohl unfertig, doch schon heute eine Einheit darstellt, aus der nicht jeder nach seiner Willkür Elemente herausbrechen kann, scheint für diese Eklektiker nicht in Betracht zu kommen. Von keinem dieser Halb- oder Viertelanhänger konnte ich den Eindruck bekommen, daß ihre Ablehnung auf Nachprüfung begründet war.” (Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, Ges. Schr., Bd. 12, S. 297.)
Ein Buch ist veröffentlicht worden, das neue Wege in der Psychoanalyse zu eröffnen verspricht. Verschiedene Elemente aus dem Gebäude der Psychoanalyse sollen ausgemerzt werden (man weiß wirklich nicht, wovon die Auswahl Frau Horneys bestimmt wird) und dann wird alles wieder in schönster Ordnung sein. Sie sagt: der theoretische Überbau, der falsch ist, muß beseitigt werden, die richtigen Beobachtungen, die Freud gemacht hat, sollen immerhin beibehalten, aber einfach in anderer Weise gedeutet werden. — Ehrlich gesprochen, vieles von dem, was sie Theorie nennt und zu entfernen wünscht, ist nichts anderes als Beobachtung; andererseits ist die psychoanalytische Theorie, wie jede wissenschaftliche überhaupt, nichts anderes als die beste und kürzeste Zusammenfassung und Gliederung von Beobachtungstatsachen. Sie kann ebensowenig willkürlich