You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Verf. greift die vor längerer Zeit von Nunberg ausgeführte Tatsache auf, daß viele Patienten sich unter „Heilung durch Analyse” etwas Irrationales vorstellen und daß ein so determinierter Genesungswunsch zwar die Analyse eine gewisse Zeit lang
fördern kann, schließlich aber zum Widerstand werden und durch die Analyse unschädlich gemacht werden muß. Besonders häufig seien Illusionen über die Glückseligkeit des „Voll-Analysiertseins” und überhaupt magische Heilerwartungen. Sie sind Fortsetzungen der Phantasien, die man sich als Kind über die Glückseligkeit des Erwachsenseins gemacht hatte. Solche Patienten sind immer unglückliche Menschen, die, weil sie sich aktuell unglücklich fühlen, alles Glück von der Zukunft erhoffen. Daher gehören auch die „Alles-oder-Nichts-Patienten”, die keine Besserung, sondern nur „volle Heilung” wollen. „Kranksein” und „Gesundsein” hat für sie unbewußt verschiedene bestimmte Bedeutungen. — Es gibt auch Patienten, die aus Widerstand für die Analyse enthusiasmiert und aus der Analyse eine Religion zu machen bestrebt sind. Entsprechend versuchen sie auch, die Analyse durch buchstäbliche Einhaltung analytischer Zeremonielle zu ersetzen. Sie müssen sich immer als krank und unglücklich darstellen, um ihr wirkliches Unglücklichsein durch Übertreibung abzuwehren. — Oft sind Konflikte der Sphinkterenbeherrschung auf die Behandlung des analytischen Materials verschoben. Werden derartige Phantasien analysiert, so werden die Vorstellungen der Patienten vom „Gesundsein” realistischer, und sie können ihre Symptome wahrheitsgemäßer zugeben und beobachten.
Auch manche Analytiker haben unbewußt ähnliche Auffassungen von der Analyse wie die besprochenen Patienten, Manche Gegenübertragungsschwierigkeiten entspringen unbewußten magischen Erwartungen der Analytiker. Solche magische Erwartungen führen auch dazu, daß Analysen zu lange fortgesetzt und Patienten, die sich genügend gebessert fühlen, eventuell unter Drohungen dazu bewogen werden, noch weiter zu kom