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Wir haben den Bau des psychischen Apparats beschrieben, die Energien oder Kräfte, die in ihm tätig sind, und an einem hervorragenden Beispiel verfolgt, wie sich diese Energien, hauptsächlich die Libido, zu einer physiologischen Funktion, die der Arterhaltung dient, organisieren. Es war nichts dabei, was den ganz eigenartigen Charakter des Psychischen vertrat, abgesehen natürlich von der empirischen Tatsache, dass dieser Apparat und diese Energien den Funktionen zu Grunde liegen, die wir unser Seelenleben heissen. Wir wenden uns zu dem, was für dieses Psychische einzig charakteristisch ist, ja sich nach sehr verbreiteter Meinung mit ihm zum Ausschluss von anderem deckt.
Den Ausgang für diese Untersuchung gibt die unvergleichliche, jeder Erklärung und Beschreibung trotzende Tatsache des Bewusstseins. Spricht man von Bewusstsein, so weiss man trotzdem unmittelbar aus eigenster Erfahrung, was damit gemeint ist.7 Vielen innerhalb wie ausserhalb der Wissenschaft genügt es anzunehmen, das Bewusstsein sei allein das Psychische und dann bleibt in der Psychologie nichts anderes zu tun, als innerhalb der psychischen Phänomenologie Wahrnehmungen, Gefühle, Denkvorgänge und Willensakte zu unterscheiden. Diese bewussten Vorgänge bilden aber nach allgemeiner Übereinstimmung keine lückenlosen, in sich abgeschlossenen Reihen, so dass nichts anderes übrig bliebe als physische oder somatische Begleitvorgänge des Psychischen anzunehmen, denen man eine grössere Vollständigkeit als den psychischen Reihen zugestehen muss, da einige von ihnen bewusste Parallelvorgänge haben, andere aber nicht. Es liegt dann natürlich nahe, in der Psychologie den Akzent auf diese somatischen Vorgänge zu legen, in ihnen das eigentlich Psychische anzuerkennen und für die bewussten Vorgänge eine andere Würdigung zu suchen. Dagegen sträuben sich nun die meisten Philosophen sowie viele andere und erklären ein unbewusst Psychisches für einen Widersinn.