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Der Traum ist also eine Psychose, mit allen Ungereimtheiten, Wahnbildungen, Sinnestäuschungen einer solchen. Eine Psychose zwar von kurzer Dauer, harmlos, selbst mit einer nützlichen Funktion betraut, von der Zustimmung der Person eingeleitet, durch einen Willensakt von ihr beendet. Aber doch eine Psychose und wir lernen an ihr, dass selbst eine so tief gehende Veränderung des Seelenlebens rückgängig werden, der normalen Funktion Raum geben kann. Ist es dann kühn zu hoffen, dass es möglich sein müsste, auch die gefürchteten spontanen Erkrankungen des Seelenlebens unserem Einfluss zu unterwerfen und sie zur Heilung zu bringen?
Wir wissen schon manches zur Vorbereitung für diese Unternehmung. Nach unserer Voraussetzung hat das Ich die Aufgabe, den Ansprüchen seiner drei Abhängigkeiten von der Realität, dem Es und dem Überich zu genügen und dabei doch seine Organisation aufrecht zu halten, seine Selbständigkeit zu behaupten. Die Bedingung der in Rede stehenden Krankheitszustände kann nur eine relative oder absolute Schwächung des Ichs sein, die ihm die Erfüllung seiner Aufgaben unmöglich macht. Die schwerste Anforderung an das Ich ist wahrscheinlich die Niederhaltung der Triebansprüche des Es, wofür es grosse Aufwände an Gegenbesetzungen zu unterhalten hat. Es kann aber auch der Anspruch des Überichs so stark und so unerbitterlich werden, dass das Ich seinen anderen Aufgaben wie gelähmt gegenüber steht. Wir ahnen, in den ökonomischen Konflikten, die sich hier ergeben, machen Es und Überich oft gemeinsame Sache gegen das bedrängte Ich, das sich zur Erhaltung seiner Norm an die Realität anklammern will. Werden die beiden ersteren zu stark, so gelingt es ihnen, die Organisation des Ichs aufzulockern und zu verändern, so dass seine richtige Beziehung zur Realität gestört