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Wenige Monate nach der Übersiedlung von Budapest nach England und am Beginn einer aussichtsreichen Tätigkeit in Manchester starb Alice Bàlint am 9. August 1939; kaum 41 Jahre alt.
Mit ihr verliert die psychoanalytische Bewegung einen markanten Vertreter der Ferenczischen Denk-und Forschungsrichtung. Sie hatte ihre Ausbildung kurz nach Beendigung des Weltkrieges in Berlin begonnen und war 1923 ausserordentliches Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft geworden. Nach Budapest zurückgekehrt schloss sie ihre Ausbildung bei Sàndor Ferenczi ab, dessen Gedanken fortzuführen und weiterzugeben sie insbesondere nach seinem Tode unermüdlich bemüht war. Sie wurde 1926 ordentliches Mitglied der Psychoanalytischen Vereinigung in Ungarn, kurze Zeit später trat sie in das Lehrkommittee ein. In der Lehr- und wissenschaftlichen Tätigkeit entwickelte sie nunmehr eine lebhafte Aktivität.
Ihre Publikationen sind teils klinischen, teils ethnologischen und erziehungspsychologischen Inhalts. Die Ethnologie interessierte sie sehr und in ihren Vorträgen verwendete sie geschickt und scharfsinnig ethnologische Funde insbesondere bei der Ausarbeitung ihrer eigenen Ideen über die Mutter-Kind Beziehung und die Erziehung im allgemeinen. Die Leser der offiziellen Zeitschriften und der Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik wussten, dass Alice Bàlint zu den ständigen Mitarbeitern zählte. Viele kleine psychologische Abhandlungen veröffentlichte sie in der ungarischen Zeitschrift „Kindererziehung“; damit und durch ihre persönliche Vortragstätigkeit erreichte sie den grösstmöglichen Einfluss auf die moderne ungarische Erziehungsbewegung.
Unter den Mitgliedern der zentraleuropäischen Gruppen war Alice Bàlint besonders bekannt und geschätzt, der enge Kontakt zwischen der Budapester und der Prager und Wiener Gruppe wäre ohne ihre Initiative und Aktivität kaum