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Es ist uns besonders seit Böhms2 Arbeiten über die Homosexualität bekannt, dass latent homosexuelle Männer sich der Frau, besonders der prostituierten Frau, die mit vielen Männern zu tun hat, zu dem Zweck bedienen, um auf diesem Umweg zum Mann zu kommen. Es gibt nun, man könnte sagen im Gegensatz dazu, manifest homosexuelle Männer eines bestimmten Typus, die sich des Mannes und zwar des bei der Frau erfolgreichen Mannes gleichsam bedienen, um auf diese Weise zur Frau zu kommen. Der Fall, den ich zur Illustration hier berichten möchte, ist ein passiv-homosexueller, stark oral an die Mutter fixierter Mann, der in pathologischer Form eine Libidoentwicklung aufweist, wie sie ähnlich Jones3 als charakteristisch für die deutero-phallische Phase bezeichnet. Neben den oralen Verhaltensweisen beherrschen anale und aggressive Züge sowie Kastrationsangst das Bild. Um es kurz zu skizzieren, sieht die Beziehung des Patienten zu seiner Mutter und zur Frau überhaupt in den uns hier interessierenden Zügen folgendennassen aus: Er wirft der Mutter vor, schon in der Zeit seiner frühesten Kindheit ständig mit sich selbst beschäftigt gewesen zu sein, in Badeorten für die Behandlung ihrer eigenen Störungen gesorgt, ihn aber allein in der Obhut Fremder gelassen zu haben. Er reagierte auf dieses Verhalten der Mutter mit einer intensiven Ernährungsstörung, die ihn in den ersten Lebensjahren zu einem schwer erziehbaren Kind machte. In einer grossen Zahl seiner Träume setzt er sich mit dieser Benachteiligung auseinander. Er träumt sehr häufig von Restaurants oder direkt vom Essen, wobei seine Mutter meist im Traum mit erscheint. Dennoch hält der Patient unabhängig von diesen Vorwürfen an einer liebevollen Einstellung zu seiner Mutter fest. Er findet es z.B. rührend, dass sie nur wenige Speisen kochen könne, die allerdings auch seine Lieblingsspeisen sind, meint, seine Mutter sei unbeschreiblich schön, sauber und unberührbar, stellt sie sich gern im weissen Spitzenkleid vor und verdrängt dabei