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Seit ihren Anfängen hat die psychoanalytische Forschung an Hand der zahlreichen untersuchten Tatbestände aufgedeckt, dass Konflikte des Affektlebens welche die stärksten und grössten Interessen und die Lebensbedürfnisse des Menschen in Tätigkeit gesetzt haben, die Ursachen nervöser Beschwerden bildeten. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es der für jeden Konflikt so charakteristische Dualismus, der Freud dazu geführt hat, die Zahl der Kräfte oder Triebe im Menschen auf zwei Hauptbedürfnisse zurückzuführen, den Hunger und die Liebe. Er folgt darin übrigens einer weit verbreiteten Ansicht.
Die unzähligen von der Psychoanalyse untersuchten Tatbestände des bewussten Seelenlebens, wie Prozesse und Mechanismen des Unbewussten, ermöglichen es den grundlegenden Charakter des Seelischen zu entdecken, nämlich sein Gerichtetsein, Antriebe und Ziele erkennen und Bedürfnisse entstehen zu lassen. Dieser Umstand macht das ungewöhnlich grosse Interesse der Psychoanalyse verständlich, nicht allein die Tatsachen zu beschreiben, sondern auch eine (natürlich provisorische) Synthese anzustreben und allgemeine Begriffe zu bilden, gewissermassen Arbeitshypothesen mit dem Ziel, die verborgenen Kräfte abzugrenzen und einzuordnen.
Die beiden grossen Bedürfnisse des Menschen, der Hunger und die Liebe, sind Vorbilder der theoretischen Begriffe „Sexualtrieb“ und „Ichtrieb“ geworden. Der Begriff des Triebes hat bei Freud einen neuartigen Charakter.2 Er stellt den Trieb nämlich dorthin, wo Organisches und Psychisches einander berühren. Er stammt aus dem Organischen, dessen dynamische Kraft, dessen Auswirkung im Psychischen eben der Trieb ist. Seine Energie ist die Libido. Freud ordnet den Begriff des Triebes dem des Reizes unter, allerdings eines inneren und zudem konstanten, wenn auch mitunter periodischen Reizes.
Erlauben Sie mir, Ihnen noch die Aspekte, die Freud bei jedem Trieb unterscheidet, ins Gedächtnis zurückzurufen. Seine Quelle ist das Organische. Das