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Die Psychoanalyse hat immer die Konstitution als Grundlage für den psychischen Aufbau anerkannt, wenn sie auch für den psychologisch interessierten Forscher wenig greifbar scheint. Hat die Wissenschaft die Bisexualität des Individuums längst als unbestreitbare Voraussetzung angenommen, so bestehen für den Kliniker doch noch viele Unklarheiten. Die Mischungsverhältnisse von W und M im Individuum festzustellen, ist auch für den Psychoanalytiker schwer, dem die unbewusste Homosexualität neben der überwiegenden Heterosexualität doch so oft klar an seinen Objekten begegnet.
Abraham hat in seiner Abhandlung über Ejaculatio praecox gezeigt, dass die an dieser Störung leidenden Patienten den männlichen Charakter ihrer Sexualität eingebüsst haben. Die Glans penis hat bei vielen derselben ihre normale Erregbarkeit verloren, hingegen besteht häufig eine besondere Erregbarkeit (Erogeneität) des Dammes und der angrenzenden Partien des Scrotums. Diese Gegend entspricht entwicklungsgeschichtlich dem Introitus vaginae und seiner Umgebung. Diese Neurotiker sind mit starken Widerständen gegen die spezifisch männlichen, aktiven Leistungen behaftet. Sie entleeren den Samen — in den schwereren Fällen — in Form eines kraftlosen Abfliessens und zeigen oft in der Vorgeschichte starke urethral-erotische Tendenzen. Trotz manchen späteren Arbeiten, so der von Werner Kemper „Zur Genese der genitalen Erogeneität und des Orgasmus“ und der gleichfalls die Entwicklung der Leitzonen behandelnden Arbeit von Hann-Kende, ist hier noch keine Klarheit gewonnen. Trotz allen Fortschritten der Endokrinologie fehlt eine eindeutige Orientierung über die Konstitution dieser Patienten, gibt es doch ausübende Homosexuelle mit allen männlichen sekundären Geschlechtscharakteren. Hinweise auf eine weibliche Konstitution finden sich aber nicht nur bei Ejaculatio praecox, sondern auch bei einer zweiten, ihr nahestehenden Sexualstörung, der Spermatorrhoe. Ich bringe zunächst einige Krankheitsberichte.
Ein 26jähriger St