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Erickson hat in einer früheren Studie gezeigt, wie das unter hypnotischem Einfluss vor sich gehende „automatische Schreiben“ dazu geeignet ist, gewisse psychoanalytische Funde in experimenteller Weise zu bestätigen.1 Jetzt teilt er — zusammen mit Kubie—einen besonders eindrucksvollen Fall mit, wo solches automatische Schreiben zur kathartischen Heilung einer akuten neurotischen Depression benutzt werden konnte. Es handelt sich um eine 24jährige Studentin, deren akut-neurotischem Verhalten die Tatsache zugrunde lag, dass ihr Vater ein Liebesverhältnis mit ihrer besten Freundin begonnen hatte. Von dieser Tatsache wusste zwar die Patientin nichts — aber die Neurose und deren Aufklärung mit Hilfe des „automatisches Zeichnens“ zeigte, dass die Patientin das Liebesverhältnis aus verschiedenen Indizien erraten, das Resultat ihres Ratens aber verdrängt hatte. Die plötzliche neurotische Unruhe der Patientin äusserte sich u.a. auch im „Doodeln“,—d.h. in der Neigung, sinnlose Kritzelzeichnungen auszuführen. Als sie von den Experimenten Erickson's mit automatischem Schreiben hörte, wollte sie versuchen, ob ihre Kritzeleien einen Sinn ergeben könnten, und ob die Aufdeckung dieses Sinnes ihr in ihrer neurotischen Unruhe helfen könnte. — Die Autoren schildern nun genau und sehr eindrucksvoll, wie in einigen Sitzungen die Kritzeleien deutlicher und schliesslich deutbar wurden, womit die verdrängte Tatsache der Patientin bewusst wurde.
Eine interessante theoretische Diskussion vergleicht sodann die angewandte Methode mit der Psychoanalyse, das automatische Zeichnen mit der freien Assoziation, und bemerkt u.a. mit Recht, dass unter gewissen Umständen die Anwendung auch anderer Verständigungsmittel mit dem Unbewussten als der Sprache ihre Vorteile hat.
O. Fenichel (Los Angeles)