You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
French gibt ein ausführliches und übersichtliches Referat über das Buch von Anna Freud1 und knüpft daran einige interessante und wichtige Diskussionsbemerkungen. Es kommt ihm dabei darauf an, zu zeigen, dass, was in einzelnen Fällen im Ich als „Abwehr-Mechanismus“ eine pathogene Rolle spielt, in geringerer Intensität einen Beitrag zur normalen Ich-Entwicklung, zum „Lernen“ richtigen Urteilens, leistet; dann sollte es allerdings nicht „Abwehr-Mechanismus“ genannt werden, sondern als Mechanismus anerkannt werden, der die synthetischen Funktionen des Ichs fördert, bezw. ausbildet. „Es scheint, dass der Abwehr-Mechanismus an der Stelle in Erscheinung tritt, wo die normale Integrations-Funktion des Ichs zusammenzubrechen beginnt.“ — So spielt der Mechanismus der „Leugnung in der Phantasie“ in der normalen Ich-Entwicklung eine gewisse Rolle, die notwendig wird dadurch, dass das Kind viele Dinge sieht und hört, die es vorläufig nur in seiner Phantasie beherrschen kann. Die Fähigkeit, unliebsame Wirklichkeit bis zu einem gewissen Grade durch eine bessere Phantasie zu ersetzen, ist für die normale Entwicklung des Ichs notwendig, und die Vorwegnahme der zukünftigen Befriedigung in der Phantasie ist die Bedingung, unter der der zeitweilige Lustverzicht, den das Realitätsprinzip auferlegt, angenommen werden kann. Die Phantasie darf dabei allerdings keine psychische Zurückziehung von der Wirklichkeit bedeuten; vielmehr wirkt die normale Phantasie als Antrieb für die spätere Realisierung (Ref. meint, dass das „Denken“, bezw. Phantasieren, überhaupt zweierlei Funktionen dient: der Vorbereitung zur späteren Realität und dem Ersatz einer unliebsamen Realität. Diese beiden Kategorien von Phantasieren, die ursprünglich einander sicher sehr nahe standen, unterscheiden sich später durch eine Reihe von Kriterien voneinander: Die Phantasie, die „Realitätsersatz“ ist, ist mit Abfuhr verbunden, diejenige, die „Vorbereitung zur Realität“ ist, nicht). Das normale Gegenstück zur „Ich-Einschrän