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Herold vergleicht in interessanter Weise die technischen Vorschriften, die W. Reich in seinem Buche „Charakter-Analyse“ gibt, mit den Diskussionen über Technik in Th. Reiks Buch „Der überraschte Psychologe“, Er klärt in erfreulicher Weise Missverständnisse auf, die zwischen diesen beiden Autoren herrschen, und wendet sich dann den Punkten zu, in welchen ihre Technik wirklich entgegengesetzt ist: Es ist die Art, wie die Aggression des Analytikers von ihm im therapeutischen Verfahren verwendet wird. Herold vergleicht die Form, in der die beiden Autoren einen latenten Übertragungswiderstand angreifen: „Wilhelm Reich greift den Übertragungswiderstand direkt an, indem er all seine Deutungstätigkeit auf ihn und nur auf ihn konzentriert. Theodor Reik erwähnt ihn überhaupt nicht, aber liegt sozusagen im Anschlag, um den unbewussten Konflikt zu verstehen, der hinter dem Verhalten des Patienten liegt…. Intuitives Verständnis ist sein wesentliches technisches Mittel, während Reichs wesentliches technisches Mittel der direkte, aggressive Angriff auf die narzisstischen Abwehrhaltungen des Patienten ist.“—-Beide Methoden führen zum Ziel. Im Idealfall müsste die Person des Patienten und die Art seines Widerstandes den AusschJao-dafür geben, wie weit die eine, wie weit die andere Methode herangezogen wird. In Wirklichkeit aber sei das technische Vorgehen nicht nur von der Persönlichkeit des Patienten, sondern auch von der Persönlichkeit des Analytikers abhängig: „Ich glaube nicht, dass der Analytiker während der Arbeit affektgeleitet sein soll; er muss sehr häufig Beherrschung seiner Affekte üben. Aber diese Affekte würden sehr bald unbeherrschbar werden, wenn er ständig versuchen würde, sich in einer Weise zu benehmen, die sein persönliches psychisch-dynamisches und ökonomisches Gleichgewicht bedrohen würde.“—Es sei auch kein Zweifel, dass verschiedene Analytiker für verschiedene Patienten verschieden geeignet sind.
O. Fenichel (Los Angeles)