You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In früheren Arbeiten1 hatte Oberndorf eine Theorie der Depersonalisation entwickelt:
Sie beruhe im Wesentlichen auf einer Identifizierung mit dem gegengeschlechtlichen Elternteil, die eintrat, nachdem eine Sexualisierung der Denkfunktion vorgenommen worden war; die „gegengeschlechtliche Denkweise“ im Über-Ich wird dann als „fremdartig“ empfunden und verdrängt. — Weitere klinische Beobachtungen, die Oberndorf nunmehr mitteilt, scheinen ihm diese Theorie zu bestätigen. Besonders untersucht Oberndorf das Phänomen, dass bei Depersonalisations-Kranken manchmal gewisse Erlebnisse von der Depersonalisation ausgenommen erscheinen und emotionell voll erlebt werden. Bei einer Patientin bildete ein Interesse für Bücher eine solche Ausnahme. Die Bücher hatten einerseits wegen ihrer symbolischen Bedeutung das Interesse der Patientin auf sich gezogen, andererseits waren sie doch ihres harmlosen Charakters wegen von der Depersonalisation ausgenommen geblieben. — Ferner diskutiert Oberndorf die Tatsache, dass Patienten, die an Depersonalisation leiden, sich oft mit toten Objekten identifiziert haben; endlich bespricht er auch spezielle, der Depersonalisation zugeordnete Widerstandsformen: das Gefühl, die Deutungen des Analytikers wären gar nicht wirklich, schützt die Patienten vor der vollen Annahme der Deutungen.
O. Fenichel (Los Angeles)