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Maxim Leroy hat einen Traum von Descartes veröffentlicht und Freud um eine Beurteilung dieses Traumesgebeten. Freudantwortete, dass das Material zu einer ausgiebigen psychoanalytischen Deutung nicht ausreiche, dass ihm aber der Traum im ganzen den Eindruck eines „Traumes von oben“ mache, der den Tagträumen nahestehe und keine
eingehenden Rückschlüsse auf das Unbewusste erlaube.1 — Schoenberger hat sich dadurch nicht von dem Versuche abhalten lassen, gerade diesen Traum zum Ausgangspunkt einer Untersuchung über die unbewussten Motive zur wissenschaftlichen Forschung überhaupt zu nehmen. Er versucht, einzelne Elemente des Traumes symbolisch zu deuten und diese Deutungen dann mit anderen Äusserungen Descartes' über sich selbst in Verbindung zu setzen. Auf solche Weise glaubt er es wahrscheinlich zu machen, dass in Descartes sowohl Tendenzen zur „Zerstörung der introjizierten Mutter in anderen Worten des Über-Ichs“ wirksam waren, als auch Wiedergutmachungs-Tendenzen gegen solchen Sadismus. Die letzteren zeigen sich besonders in der Tendenz „böse Objekte in gute Objekte zu verwandeln“. Dabei konnten leider weder die spezieilen noch die allgemeinen Deutungen des Autors den Ref. ganz überzeugen, so wenn es z.B. heisst: „Wenn wir an die Verbindung zwischen Unwissenheit und destruktiven Tendenzen, die bis jetzt noch nicht gelähmt wurden, denken, so dürfen wir sagen, dass die analen Funktionen dadurch, dass ihre Produkte nicht durchsichtig sind, dazu neigen, das Kind zu überzeugen, und zwar durch tägliche Wiederholung, dass im Innern seines Körpers Konflikte und Zerstörung herrschen, dass es ein böses Über-Ich mit sich trägt, mit anderen Worten, dass der Inhalt seines Körpers böse ist.“
Diese Skepsis will jedoch nicht das Gesamtresultat des Autors anzweifeln: dass wissenschaftliches Interesse aus dem Drang entstehen kann, in der Phantasie vollzogene Zerstörungen wieder gut zu machen, bezw. eine „gute Mutter“, die man verloren hat, wieder zu finden.
O. Fenichel (Los Angeles)