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Die Gelegenheit, einen Fall von postencephalitischer Geistesstörung zu studieren, gehört sicher zu den Ausnahmen der analytischen Praxis, und wenn ich in der Lage bin, über einen solchen Versuch hier zu berichten, so verdanke ich es günstigen Umständen, nicht aber einer vorgefassten Absicht, mich mit dieser Krankheitsgruppe zu beschäftigen. Es wird hier von einer Patientin die Rede sein, die mich im Jahre 1932 zum Zwecke einer psychoanalytischen Behandlung aufsuchte, da sie seit 5 Jahren von merkwürdigen, periodischen Anfällen heimgesucht war, die analytisch zu studieren ich durch 10 Monate Gelegenheit hatte. Die Anfälle begannen mit einem unwiderstehlichem Drang zu rauchen, wobei sie bis zu 30 und mehr Zigaretten konsumierte, und waren von einem Ausnahmszustand von hysterisch-depressivem Einschlag begleitet, der für einige Stunden anhielt und dann in vollkommene Erholung oder Schlaf auszuklagen pflegte. Die Kranke war vor der psychoanalytischen Behandlung wiederholt neurologisch untersucht und zweimal in psychiatrischen Anstalten beobachtet worden, die eigentliche Veranlassung ihres Zustandes war aber noch nicht feststellbar gewesen. Erst im Verlauf der analytischen Behandlung stellten sich Symptome ein, die dann die encephalitische Ätiologie erkennen Hessen. E. Pappenheim und E. Stengl haben hierauf die Patientin neurologisch und psychiatrisch eingehend untersucht und publizierten den „eigenartigen Fall von postencephalitischem Parkinsonismus“, „der unter den bisher beschriebenen Fällen eine Sonderstellung einnimmt“ im Archiv für Psychiatrien.(1)
Die Encephalitis epidemica (lethargica) kann bekanntlich eine kaum überschaubare Varietät von psychischen Folgezuständen produzieren, um deren genetische Ableitung und Ordnung die Psychiatrie in den vergangenen 20 Jahren überaus bemüht war. Die Untersuchungen von S. E. Jelliffe stehen hiebei an hervorragender Stelle und sein Beitragt(2) sowie die zusammenfassende Darstellung von E. Stengl(3) in dieser Zeitschrift sollen un