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Die zunehmende Erkenntnis der Bedeutung der aggressiven Regungen im normalen und vor allem im neurotischen Seelengetriebe hat in den letzten Jahren zu einer Revision der Resultate der psychoanalytischen Forschung geführt, meist mit dem Ergebnis, dass an den verschiedenen psychischen Produkten eine neue Bedeutung neben der bereits erkannten gefunden wurde, nämlich dass sie neben ihrem positiv-libidinösen auch einen aggressiven Inhalt zum Ausdruck bringen. Es erscheint berechtigt, auch die Rettungsphantasie auf ihren aggressiven Inhalt zu prüfen.
Freud hat der Rettungsphantasie einige Absätze in seinen „Beiträgen zur Psychologie des Liebeslebens“ gewidmet. Er weist darin nach, dass die Rettungsphantasie zunächst den Wunsch ausspricht, den Eltern das Leben zurückzuerstatten, das man ihnen verdankt, indem man sie oder einen Elternteil aus Lebensgefahr rettet. Der Mutter gegenüber seien zärtliche gemischt mit gross-mannssüchtigen Regungen der Ursprung der Phantasie. Wenn der Sohn den Vater in der Phantasie rettet, sei darin auch eine trotzige Komponente enthalten, eine Ablehnung der Tatsache, dass man sein Leben dem Vater verdanke. Hier finden wir einen Hinweis auf eine negative Komponente in der Rettungsphantasie, einen Hinweis, der in der analytischen Literatur vereinzelt geblieben ist. Und doch zeigt eine kurze Überlegung, dass der Inhalt „Rettung“ nur den einen Teil der komplexen Phantasie wiedergibt, denn das Objekt ist doch wohl vorerst in der Phantasie in die Gefahr gebracht worden, aus der der Phantasierende es rettet. Wenn der pubertierende Jüngling phantasiert, den König oder Präsidenten aus der Gefahr eines Attentats, einer Überschwemmung, einer Feuersbrunst zu retten, so macht er damit eigentlich nur das Verbrechen wieder gut, das er begeht, indem er die Vaterpersönlichkeit in der Phantasie in die Gefahr bringt, aus der er sie dann retten kann. Und klinisch-analytische Untersuchungen zeigen uns den unbewussten aggressiven Inhalt der Rettungsphantasie sehr deut