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Beim Studium der Brontë-Saga bewegt man sich von Anfang an auf einem. Tummelplatz von Affekten. Es ist recht bezeichnend, dass Versuche einer Diskussion über „Jane Eyre“ mit englischen Freunden gewöhnlich mit der Frage endeten, ob mir denn die Lebenstragödie der Autorin bekannt sei. Die Persönlichkeit Charlotte Brontës war und ist für eine grosse Anzahl von Biographen ausserordentlich anziehend, anscheinend weitaus anziehender als ihre Bücher. Trotz der augenblicklichen Schwierigkeiten in der Literaturbeschaffung war es mir immerhin möglich, 16 Biographien durchzusehen; einige davon sind besonders ausführlich und umfassen mehrere Bände. In den gleichen Bibliotheken fanden sich nur 5 Dickensbiographien, obwohl viel mehr über die Werke Dickens' geschrieben worden ist als über die Charlotte Brontés. Diese Tatsache allein würde hinreichen, unser psychologisches Interesse zu wecken, umsoeher als die Meinungsverschiedenheiten der Biographen sich um Behauptungen drehen, die seinerzeit, kurz nach dem Tode der Dichterin, leicht hätten überprüft werden können. Es ist vor allem ein Thema, die Ursachen des seelischen Leidenszustandes der Dichterin, welches im Zentrum der Diskussion zu stehen scheint. Die meisten Autoren stimmen dahingehend überein, dass Charlotte Brontë litt und dass sie ihr Leiden mit bewunderungswürdiger Geduld und Gottergebenheit ertrug; die Meinungsverschiedenheiten beziehen sich auf die Ursachen des Leidens, auf die Frage, ob es durch das Schicksal verursacht war, oder durch die Einsamkeit und Härte der West Riding Landschaft, ob es ihr harter und grausamer Vater war, der Sadismus ihrer Lehrer oder das schreckliche Leben, das sie als Gouvernante zu führen gezwungen war. Einige Biographen deuten sogar an, dass dieses Leiden, das von der Umwelt verschuldet worden war, sie wohl gehindert habe, mehr zu produzieren.
Wir verdanken die erste Biographie Mrs. Gaskell,1 einer damals bekannten Schriftstellerin und persönlichen Freundin Charlotte Brontës, die dieses We