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Die Ausdrucksbewegungen der Bejahung und Verneinung sind bisher nur selten Gegenstand psychoanalytischer Untersuchung gewesen. Die Bewegungen, mit denen die mimische Bejahung und Verneinung ausgedrückt werden (die erstere mit vertikaler, die letztere mit horizontaler Bewegung des Kopfes) scheinen dem finnischen Autor Kulovesi1 auf oraler Basis zu ruhen. Er macht auf die grosse Ähnlichkeit bezw. Gleichheit aufmerksam, welche zwischen der bejahenden Kopfbewegung und der Bewegung beim Trinken vorhanden ist. Ebenso findet er die verneinende Kopfbewegung sehr ähnlich bezw. gleich mit der Bewegung des Kindes, das sich weigert Nahrung in den Mund zu nehmen, wobei das verneinende Schütteln des Kopfes oft mit dem Zusammenpressen des Mundes verbunden ist. Er kommt dann zu dem Schluss, dass der Ausdruck der Bejahung ursprünglich eine orale Introjektion, der Ausdruck der Verneinung eine orale Abwehr bedeutet.
Dem Autor ist entgangen, dass dieselbe Frage schon von V. E. Frankl2 behandelt worden ist. Zur Erklärung der erwähnten Ausdrucks-Phänomene werden von Frankl die zwei elementaren Triebe, der Ernährungstrieb und der Sexualtrieb, herangezogen. Für die Entstehung der mimischen Bejahung stellt er folgende zwei Hypothesen auf:
Die Kaubewegungen wurden als Symbol verwendet: für die Nahrungs-aufnahme, den auf sie gerichteten Trieb und das Hungergefühl, daher auch für das Bestreben, einen gegebenen essbaren Gegenstand zu verzehren; sodann für das Bestreben, sich eines Gegenstandes überhaupt zu bemächtigen, also für die Bejahung dieses Bestrebens; dabei verwandelten sich bei der Verwendung der Kaubewegungen als Symbol die Bewegungen des Unterkiefers in die auffallenderen des ganzen Kopfes. Später wurden diese Bewegungen, das Kopfnicken, als Symbol für die Bejahung überhaupt, also auch die eines Gedankens verwendet.