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Prof. de Greef hat bereits 1935 ein Buch über „Freud und die menschliche Persönlichkeit“ veröffentlicht und zeigt sich auch in der „Einführung in die Kriminologie“ der Psychoanalyse gegenüber freundlich gesinnt. Er behandelt die Vererbung, die anatomisch-physiologischen Grundlagen der Kriminalität, berücksichtigt statistische Feststellungen über Alter, Geschlecht, Rasse, Intelligenz, die künstlerischen Leistungen der Verbrecher usw. Die Ergebnisse der Beobachtung an Kriminellen werden ausführlich behandelt. Je ein Kapitel ist dem Verbrecher aus Leidenschaft (crime passionnel), dem Dieb und dem Sexualverbrecher gewidmet, das letzte der Behandlung des Verbrechertums. Ehe wir den Standpunkt des Autors zur Beeinflussung durch die psychoanalytische Methode wiedergeben, sei noch testgestellt, dass ihm die spezielle Literatur (Alexander, Marie Bonaparte, Fromm, Reik, Staub usw.) nicht bekannt ist. Er schreibt über die Psychoanalyse als Behandlungsmethode von Verbrechern:
„Wir haben uns um diese Frage einigermassen bemüht und glauben, dass man in vielen Fällen psychoanalytische und Freu dsche Mechanismen finden kann. Aber wir erblicken in ihnen eine Manifestation von konstitutionellen und organischen Störungen, als Ausdruck und nicht als Ursache. Es genügt also nicht, jemanden zu analysieren, um ihn von seiner Kriminalität zu heilen. Man darfauch nicht übersehen, dass eine Psychoanalyse dort nicht in Frage kommt, wo kein „moralischer Sinn“ existiert. Man kann niemanden analytisch behandeln, der nicht wenigstens relativ ehrlich ist, und da schon unter den nicht verbrecherisch veranlagten Menschen auch manch ein unehrlicher Mensch angetroffen wird, so kann man wirklich nicht erwarten, im Kerker vielen morali-schen Persönlichkeiten zu begegnen. Die Schwierigkeit besteht ja nicht darin, jemanden