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Die Psychohygiene hat in den meisten Kulturländern festen Fuss gefasst und an prak-tischer bedeutung gewonnen. Es konnte sich aber nicht darum handeln, in diesem Buch einen Überblick über das ganze Gebiet zu geben. Der bekannte Autor will Psychotherapie, Psychoprophylaxe und die eigentliche Psychohygiene in einer Person vereint
wissen und bringt als Psychoanalytiker dazu die beste Voraussetzung mit. Sein Interesse umfasst aber auch die konstitutionellen und organischen Krankheitsbedingungen neben den psychologischen. Er beschreibt daher nicht nur die Psychohygiene als Methode der Krankheitsverhütung, spezialisiert für die verschiedenen Lebensalter, sondern bringt überaus wertvolle Beobachtungen an scheinbar nur organisch Kranken, die durch seelische Behandlung geheilt wurden und zeigt ferner die psychischen Vorbedingungen oder Folgen bei Körperbeschädigten, Hochstaplern und Pseudologen sowie bei Süchtigen. Auch organische Veränderungen, wie hoher Blutdruck, Bronchialasthma, letzteres trotz nachgewiesener Allergie, können seelisch begründet sein, ebenso Menstrualkoliken, veränderte Funktion endokriner Drüsen usw. Magersucht, sowie chronische Neigung zu Bindehautkatarrh hat der Autor selbst an psychisch bedingten Fällen beobachten und heilen können, ebenso Schwangerschaftserbrechen, ohne dass immer auch der abnorme Stoffwechsel behoben wurde. „Gesundheit wäre also ein Angepasstsein an Anforderungen von aussen und von innen, deren Ausmass bei den einzelnen Menschen verschieden ist und auch bei demselben Individuum wechseln kann.“ Vieles spricht dafür, dass eine schwere organische Störung an Stelle einer fortschreitenden seelischen Störung treten, ja sie überflüssig machen kann. Es kommt zu einer Flucht in die organische Krankheit.
Neben vielem Grundsätzlichen, das dem Analytiker wohlbekannt ist, findet sich eine solche Fülle von Anregendem, Auszubauendem und allgemein Wissenswertem in diesem Buch, dass nicht nur Ärzte, sondern auch Laien, Psychologen, Lehrer, Theologen