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Prof. Carp fragt, inwiefern die Psychoanalyse als erklärende psychologische Untersuchungsmethode in den Dienst der Anstaltspraxis gestellt wurde. Das Charakteristikum aller psychotischen Zustände ist ein Unvermögen, die Realität zu erfassen und zu erleben. Eine Psychose ist einerseits Abbruch einer Realitätsbeziehung, anderseits ihre Reorganisation, die dem Abbruch meistens folgt. Die Tendenz zu Reorganisation ist Zeichen der „vis medicatrix naturae“ und jede rationelle Psychotherapie soll diese Genesungstendenz verstärken.
Die Psychoanalyse hat die bedeutende Rolle aufgezeigt, welche Identifizierung und Über-Ichformung bei einer Nacherziehung spielen. Das Ziel der modernen Behandlungsmethoden (z.B. der Sakel schen Schock-Therapie) soll sein, die Patienten in eine infantile Situation starker Abhängigkeit zu versetzen, um ihnen dann gute Identifizierungsmöglichkeiten zu bieten, die Aussenwelt so verlockend wie nur möglich darzustellen, und sie auf diesem Wege zur Realität wieder zurückfinden zu lassen. Die Psychoanalyse hat uns einiges an diesem Vorgang deutlich gemacht.
Rh. Feith (Oegstgeest, Holland)