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Der Verfasser sucht die Anschauungen Freuds und Jungs zu verbinden. Er macht weder vor sich selbst noch dem Leser gegenüber ein Geheimnis aus der persönlichen Wurzel dieses Bestrebens. Er sieht besonders in der Jungschen Typenlehre „eine wichtige Ergänzung der zu einseitig dynamischen Auffassungen Freuds.“ Die spätere Entwicklung Jungs ist ihm nur wenig bekannt, die Freuds auf alle Fälle wenig berücksichtigt. Die Wege, die sich einer sozusagen waschechten analytischen Typenlehre eröffnen: durch den Ausbau der Lehre von den libidinösen Typen unter Heranziehung der neueren analytischen Psychologie des Ichs, sind noch nicht begangen. Unser eigenes noch brachliegendes Kapital lässt Anleihen bei Jung weniger notwendig erscheinen als die Darstellung des Verfassers uns glauben machen will. Obwohl der Autor die Bedeutung der infantilen Sexualität besonders anerkennt, kann man dem Gefühl nicht widerstehen, dass ihm diese aus der analytischen Durchleuchtung von Neurosen und Psychosen oder der direkten Kinderbeobachtung nicht in ihrer ganzen Fülle und Tragweite zum lebendigen Besitz geworden ist, es sei denn, dass akademische Rücksichten noch immer grosse Reserviertheit erfordern. Jedenfalls steht die schematische Darstellung in dieser Hinsicht im Gegensatz zu seiner sonst so lebendigen und warmen Beschreibung. Auch ist sie nicht immer präzis. Z.B. sagt er (S. 160): „Diese beiden ersten Phasen werden die orale und anale Phase genannt. Danach (Sperrung vom Referenten) folgt eine narzisstische Phase, in welcher die Gefühlsbefriedigung besonders am eigenen Ich und dessen Leistungen erlebt wird, während schliesslich in der genitalen Phase das Interesse via den Geschlechtsteil auf den Geschlechtsunterschied und auf das andere Geschlecht und das Verhältnis zum anderen Geschlecht gerichtet wird.“
Indessen möchte Ref. diese einleitenden kritischen Bemerkungen nicht dahin missverstanden wissen, als ob es sich hier um ein oberflächliches und unzulängliches Buch handelte. Ganz im Gegentei