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Knight ist der Meinung, dass manche Verwirrung in der analytischen Literatur eine schärfere Begriffsfassung notwendig macht. Er versucht deshalb, die im Titel genannten Begriffe näher zu klären. „Projektion“ sei nicht ein einfaches Gegenstück zur
„Introjektion“; denn diese, nach dem Vorhilde der Nahrungsaufnahme gebaut, sei ein direkter „Es-Prozess“, während jene ein Mittel darstelle, unerträgliche Spannungen abzuwehren, also ein „Ich- (oder Über-Ich-) Prozess“ sei. (Aber es gibt auch Triebe, deren Ziel es ist, Spannungen durch Ausscheidungen abzuführen. Ref.)—Auf ganz anderer Ebene liegt der Begriff der „Identifizierung“. Er bezeichnet nichteinen Prozess, sondern ein Resultat; und die Prozesse, die zu diesem Resultat geführt haben, können von verschiedener Natur sein. Sicher spielen, wie oft dargetan worden ist, Introjekt ions Prozesse dabei die Hauptrolle; aber sicher sind sie nicht die einzigen Mechanismen, die in Frage kommen. Sehr häufig handelt es sich um ein Ineinanderspiel von Introjektions- und Projektionsvorgängen, das etwa in Fällen „narzisstischer Objektbeziehungen“ gut beobachtet werden kann, da im befürchteten „Liebesverlust“ in Wirklichkeit „Selbstgefühl-Verlust“ vermieden werden soll. Irreführend ist es vielleicht, wenn Knight unter dem Titel „Identifizierung“ auch Fälle bespricht, in denen nicht ein Subjekt A sich einem Objekt B angleicht, sondern auch solche, in denen ein Subjekt A zwei Objekte B und C einander gleichsetzt, — die sogenannte „Fehlidentifizierung“ („Misidentification“).
O. Fenichel (Los Angeles)