You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
29. XI. 1936.
Verehrter Freund!
Die wohltuenden persönlichen Eindrücke von Ihrem letzten Besuch in Wien tauchen immer wieder in meiner Erinnerung auf. Unlängst legte ich Ihren neuen Band der Josefsgeschichte aus der Hand mit dem wehmütigen Gedanken, dass dieses schöne Erlebnis jetzt vorüber ist und dass ich die Fortsetzung wahrscheinlich doch nicht werde lesen können.
Durch das Zusammenwirken dieser Geschichte mit Ihren im Vortrag geäusserten Gedanken von der „gelebten vita“ und dem mythologischen Vorbild hat sich bei mir eine Konstruktion entwickelt, die ich zum Anlass nehme, mich mit Ihnen zu unterhalten, als ob Sie hier im Arbeitszimmer mir gegenüber sässen, ohne dass ich aber eine höfliche Antwort oder gar eine eingehende Würdigung von Ihnen erreichen wollte. Ich nehme den Versuch selbst nicht sehr ernst, aber er hat einen gewissen Reiz für mich etwa wie das Peitschenknallen für den ehemaligen Fahrknecht.
Nämlich: gibt es einen historischen Menschen, für den das Leben Josefa