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Lesestoffe der Kinder haben die analytische Aufmerksamkeit schon frühzeitig auf sich gezogen. Das Hauptaugenmerk wurde bis jetzt auf das Märchen gerichtet, während die Literatur des älteren Kindes nur ausnahmsweise zum Inhalt einer analytischen Untersuchung gemacht wurde. Freud1 wies darauf hin dass die Traumsymbolik auf Märchen- und Mythenstoffe anzuwenden sei, und zeigt, wie diese erst durch das Wissen um das infantile Sexualleben und die infantilen Sexualphantasien unserem Verständnis näher gebracht werden. Die Deutung des unbewussten Inhaltes der Märchen deckt Wünsche und Phantasien aus der Ödipussituation2 auf und in der Darstellung sind Triebbefriedigung und Triebabwehr in verschiedenem Masse beteiligt. Wir finden in der analytischen Literatur wiederholt Märchenthemen im Zusammenhang mit Träumen oder Erinnerungen von Patienten analysiert,3 wobei sich ergibt, dass das Verständnis für den Patienten teils von der Einsicht in das Märchenthema, das Verständnis des Märchenmotivs hingegen durch die Kenntnis der Konflikte des Patienten erleichtert wird. Marie Briehl4 macht in ihrer Arbeit einen Versuch, verschiedene Märchenthemen je nach ihrem unbewussten Inhalt den verschiedenen Entwicklungsstadien des Kindes zuzuordnen. Es wird nicht nur klar, dass jedes Detail der Entwicklung des Ödipuskonfliktes in dem einen oder anderen Märchenthema ausgedrückt ist, sondern die Autorin deutet auch an, dass Kinder, sich selbst überlassen, märchenähnliche Tagträume entwickeln, die sich manchmal über Jahre erstrecken und je nach dem Stand der kindlichen Konflikte verändert werden. Auch Hoffer5 führt auf, welcher Art und Weise das Unbewusste des Kindes mit dem unbewussten Inhalt des Märchens korrespondieren kann.
Ein Motiv für die Liebe des Kindes zum Märchen ist also das Wiederfinden der