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Während die Psychoanalyse in ihrer Entwicklung die verschiedensten Wissensgebiete ergriff und anregte, blieb sie bisher fast ohne Berührung mit der Philosophie. Zu den trennenden Faktoren darf man vielleicht hier die Geringschätzung zählen, die Freud — bei aller Würdigung einzelner Denker — der Spekulation erwies. Die Philosophen ihrerseits waren in der Tat mit wenigen Ausnahmen den Gesichtspunkten der Psychoanalyse unzugänglich.
Von persönlichen Momenten abgesehen zeigen die Fragestellungen auch sachliche Unterschiede, die bei Grenzüberschreitungen sichtbar werden. Auf einen
chen Übergriff, zumindest in der Namengebung, machte Heinz Hartmann1 am Beispiel der „Psychoanalyse der Logik“ von Imre Hermann aufmerksam. Andrerseits gibt es Philosophen, die Forschungsergebnisse der Psychoanalyse dadurch erschüttern wollen, dass sie einzelne psychoanalytische Begriffe auf ihre logische Struktur hin untersuchen. Es leuchtet ein, dass die Psychoanalyse so wenig wie jede Psychologie zum erkenntnistheoretischen Problem, zur Frage nach dem logischen Stützpunkt des Wissens, einen Zugang hat,2 und — noch selbstverständlicher — dass auch die subtilste Begriffsanalyse keine Tatsachen aufhebt.
Philosophie und Psychoanalyse haben also zunächst eine Reihe eigener Probleme, bei deren Lösung jede Verknüpfung nur Verwirrung schafft. Aber bekanntlich ist die Trennung zwischen logischen und psychologischen Disziplinen ziemlich jung und von analytischer Seite wurde wiederholt anerkannt, dass Schopenhauer und Nietzsche in unsystematischer Form Entdeckungen Freuds vorweggenommen haben. Ein bekanntes Beispiel ist Nietzsches Herleitung des Gewissens aus verinnerlichter Aggression (in der „Genealogie der Moral“).
Vielleicht war es daher mehr als Zufall, dass die umfassendste philosophische Würdigung der Psychoanalyse von einem Forscher kam, der gewisse Gedanken