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Unzählbare Bücher, Aufsätze, Erzählungen sind über den „Ewigen Juden“ geschrieben worden. Eintönig und unbefriedigend ist diese Reihe von Schriften, die immer und immer wieder die wenigen, in einigen Chroniken und Volksbüchern gesammelten Fakten wiedergeben, die das gleiche aufzeichnen, was schon ihre Vorgänger meldeten, hier etwas hinzufügen, dort etwas für nicht authentisch erklären, mit ermüdender Regelmässigkeit aussagen, das Thema des „Ewigen Juden“ sei so anziehend, und die mit der Schlussfolgerung endigen, dass das Geheimnis seiner Herkunft im Dunkel verborgen ist und bleiben wird.
Endlos ist die Zahl der literarischen Behandlungen dieses Themas, endlos die Zahl der Variationen, zu denen die vag umrissene und doch so bekannte Gestalt Anlass und Eingebung war. Von der ursprünglichen Kraft der Erzählung ist meistens nur noch wenig zu spüren; Theologie, Ethik, soziale Tendenzen haben sich aufgedrängt, haben sie oft bis zur Unkenntlichkeit verändert. Rätselhaft blfübt, warum diese Figur immer wieder Vorwurf für Dramen, Erzählungen, Gedichte wurde, die in keiner Weise mehr der einfachen Geschichte vom Juden entsprechen, der fluchbeladen ewig umherirren muss.
Die Erzählung, die diese Figur so schildert, wie wir sie kennen, und die die Urgestalt aller späteren Behandlungen wurde, ist zuerst im Jahre 1602 schriftlich fixiert in dem „Deutschen Volksbuch“ enthalten, betitelt: Die kurtze Beschreibung und Erzehlung von einem Juden mit Namen Ahasverus, bei Christoff Creutzer gedruckt zu Leiden. Diese kleine, recht trocken und sachlich verfasste Chronik enthält einen Bericht eines gewissen Paulus von Eitzen, Bischofs von Schleswig, der im Jahre 1547 zum Besuch seiner Eltern in Hamburg weilte und an einem Sonntag in der Kirche einen stattlichen Mann gesehen habe, der immer wieder, wenn der Name Jesu genannt wurde, tief seufzte und sich die Brust schlug. Mitten im Winter habe er dort gestanden, barfuss und nur dünn bekleidet. Er sei einige Zeit in H