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Das an einer Organneurose erkrankte Organ war das erste Mal in der Kindheit im Zusammenhang mit einem Triebkonflikt betroffen. Der betreffende Konflikt und die Funktion des Organs wurden damals zu einer „psycho-somatischen Einheit“ verdichtet, sodass, wenn später im Leben einmal die betreffenden Triebe mobilisiert werden, automatisch das Organ und seine Funktion ebenfalls mobilisiert wird.
Dies wird an Beispielen am Respirations- und Kreislauf-Apparat gezeigt. — Je früher die „psycho-somatische Einheit“ errichtet wurde, umso starrer sind die Organsymptome. Deutsch macht darauf aufmerksam, dass die Fixierung an Organsymptome auch von der Einstellung der Umgebung des Kindes abhängt, sodass im ganzen drei Faktoren in Betracht gezogen werden müssen: „Wenn die drei Faktoren zusammenwirken, der organische Faktor, die Persönlichkeitsstruktur und die Handlungen der Umgebung, — dann ist die Richtung, in welche die Organwahl drängt, definitiv festgelegt.“
Die Entwicklung der Symptome hängt von dem gegenseitigen Verhältnis dieser drei Faktoren ab, sodass wenn alle drei Faktoren bekannt sind, der Verlauf der Krankheit vorausgesagt werden kann.
Die Ausführungen des Autors über das Verhältnis des organneurotischen Symptoms zum Konversionssymptom, welches nicht nur die Wirkung unbewusster Triebeinstellungen ist, sondern einen „Sinn“ hat und in körperlicher Form eine psychische Idee ausdrückt, sind nicht sehr klar. Deutsch schreibt: „Wir neigen zu der Meinung, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Typen nur der des Grades der Elastizität bezw. Starrheit ist, mit der die organischen Symptome an die Neurose gebunden sind.“ Sehr wichtige Gedanken zu dieser Frage, die von den Autoren im allgemeinen zu wenig beachtet werden, wurden von Freud schon in seiner frühen Arbeit „Psychoanalytische Bemerkungen zur psychogenen Sehstörung“ ausgedrückt.
O. Fenichel (Los Angeles)