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Vorbedingung für jedes richtige Urteilen ist die Fähigkeit, Spannungen zu beherrschen und ihre Abfuhr hinauszuschieben. Diese Grundlage des „Realitätsprinzips“ wird von French in einer originellen Weise behandelt: Er bespricht Träume, in denen eine wichtige Deutung des Analytikers vom Patienten „ihres intellektuellen Inhalts entkleidet wird, indem er auf sie nicht als auf eine Deutung reagiert, sondern als auf einen störenden Lärm oder irgendeine andere Art unangenehmen Reizes“. Er teilt zwei Träume dieses Typs mit, die vom selben Patienten geträumt wurden. Im ersten Traume erscheint die fragliche Einsicht in sehr projizierter Form als eine Eigenschaft des Bruders des Träumers; im zweiten Traum wird die Einsicht in viel entschiedenerer Weise geleugnet — das Ich des Patienten war noch nicht imstande, die Deutung anzunehmen; die Tendenz, sie zu verdrängen, hatte in der Zwischenzeit zwischen dem ersten und zweiten Traume einen gewissen Fortschritt gemacht. Dies beschreibt der Autor, indem er sagt, dass die synthetische Funktion des Ichs quantitativ beschränkt ist. Er bespricht dabei des näheren die Tatsache, dass das Ich unter Einfluss der verdrängenden Kräfte einer vollen Einsicht noch nicht fähig und deshalb bestrebt ist, diese Einsicht in irgendeiner einfacheren und weniger konfliktvollen Weise zu akzeptieren. Die interessanteste Tatsache in diesem Zusammenhang ist, dass der zweite Traum viel mehr motorisch orientiert ist als der erste. Der zweite Traum ist mehr entstellt und tendiert mehr nach Abfuhr. Dies, sagt French, kann mit dem menschlichen Verhalten im allgemeinen verglichen werden: „Es ist interessant, auf die Tatsache zu achten, dass ein solches Abwechseln zwischen Einsicht und Spannungsabfuhr auch eine wichtige Rolle in unserem Wachleben spielt. Plänemachen wechselt mit Handeln ab. In den günstigen Fällen plant man zuerst, und dann führt man den Plan aus, in andern Fällen ist man zu ungeduldig zum Planen und führt die Spannungen in Handlungen ab, bevor man