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Die häufige Phantasie eines Penisknochens ist bisher noch nicht zum Gegenstand einer besonderen psychoanalytischen Untersuchung gemacht worden. Es ist sehr dankenswert, dass Hermann in der vorliegenden Arbeit klinisches und anthropologisches Material („Zauberknochen“) dieser Art gesammelt hat. Aber Hermann geht weiter. Er meint, dass die Phantasie vom Penisknochen nicht nur eine Symbolisierung des Phänomens der Erektion sei; er glaubt, diese Phantasie mit der Tatsache in Verbindung bringen zu sollen, dass viele Tiere, besonders die phylogenetischen Ahnen des Menschen, die Anthropoiden, wirklich einen solchen Knochen hatten. Er meint, dass die unbewusste Idee der Kastration mit der Tatsache zu tun haben dürfte, dass der Mensch im Laufe der phylogenetischen Entwicklung wirklich einen Penisknochen verloren hat.
Ein etwas unklarer Anhang vergleicht die Phantasie vom Penisknochen mit der „holistischen“ unbewussten Gleichung Penis (Penisknochen) — Organismus. Nachdem man die phantastische Idee gehabt hat, dass der Penisknochen den ganzen Körper repräsentiere, sei die Einsicht in die wirkliche Natur des Penis enttäuschend. Der Penis erscheine nun als seiner vollen Natur beraubt, d.h. als „kastriert“. — Ref. hat den Eindruck, dass Hermann sekundäre Erscheinungen aus dem Bereich des Kastrationskomplexes für die primäre Ursache der Idee der Kastration hält.
O. Fenichel (Los Angeles)