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Bestimmte soziale Konflikte mit den Objekten gehen Hand in Hand mit den Konflikten,
die um die Befriedigung oder Unterdrückung der analen Triebe toben. Diese Tatsache war von Freud schon vor langer Zeit betont worden, als er den Begriff des „Analcharakters“ prägte. Der Fortschritt, den seither die analytische Ich-Psychologie gemacht hat, macht es heute, meint Landauer, möglich, diesem Zusammenhang viel genauer nachzugehen. Die Objektbeziehungen und ihre Entwicklung müssen mit der gleichen Genauigkeit studiert werden wie die erogenen Zonen. — Diese Grundgedanken Landauers sind sehr überzeugend. Aber Ref. möchte fragen, ob Landauer nicht in gewissem Sinne zu weit geht, wenn er sagt: dass es „nicht die erogenen Zonen sind, sondern die sozialen Forderungen“, die für die Charakterbildung ausschlaggebend sind, oder wenn er formuliert: „Der Mittelpunkt unseres Interesses hat nun gewechselt von der sexuellen Zone und den sexuellen Zielen zum Faktor der sozialen Forderungen und der Reaktion auf diese.“ Was die psychoanalytsiche Charakterologie wirklich leistet ist, so scheint es Ref., gerade die Klarstellung des Zusammenwirkens der gegenseitigen Abhängigkeit von erogenem Trieb und sozialen Forderungen. Gerade die schönen klinischen Beispiele Landauers sind gute Illustrationen für diese gegenseitige Abhängigkeit.
O. Fenichel (Los Angeles)