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Blanco versucht in der vorliegenden Arbeit, sich die dynamischen Verhältnisse zurechtzulegen, die dem neurotischen Konflikt, der Symptombildung und der psychoanalytischen Therapie zu Grunde liegen; er benützt diese Gelegenheit, um einige damit zusammenhängende Probleme und ungeklärte Punkte zu diskutieren. Ein solches Unternehmen ist sehr dankenswert, da diesbezüglich in der Literatur oft eine gewisse Verwirrung herrscht.
Den nach Abfuhr strebenden Es-Impulsen stellen sich Gegenkräfte des Ichs entgegen, die entweder eine Richtungs- oder Zieländerung des Triebes („Zähmung“, „Kanalisierung“) oder eine Abfuhrstauung bewirken. Verf. meint, dass diese Gegenkräfte gelegentlich auch biologischer Natur seien. — Vielfach können die „Abwehrmassnahmen“ auch weniger als Massnahmen zur Verhinderung der Abfuhr, sondern vielmehr als Massnahmen zur Ermöglichung einer Dennoch-Abfuhr unter widrigen Verhältnissen aufgefasst werden. Das gilt besonders für „normale Abwehren“. „Der Unterschied zwischen einem normalen und einem neurotischen Individuum liegt nicht im Fehlen von Abwehrsystemen bei jenem, sondern in der Art und Weise, wie die Abwehrsysteme funktionieren.“ Die neurotischen Abwehren sind starr und stereotyp, ferner meist durch Regression gekennzeichnet; das Ich wird durch sie seiner Befriedigungen beraubt, doch finden „das Es und das Über-Ich immer Abfuhr ihrer Spannungen, selbst wenn dies den vollkommenen Zusammenbruch des Ichs notwendig macht“. M. meint zwar, dass in bestimmten neurotischen Situationen „die Es-Energie sich nicht in ihrer Totalität entleeren kann“, es kommt aber nicht klar heraus, dass die Abfuhr der „Abkömmlinge“ prinzipiell niemals eine volle Abfuhr der Energie des ursprünglichen abgewehrten Triebes erreicht.
Wie wirkt die psychoanalytische Therapie? Sie hat andere und bessere Abfuhrmöglichkeiten zu finden. Ref. würde hinzufügen, dass dies im Wesentlichen dadurch geschieht, dass, durch Aufhebung der pathogenen Abwehren, infantile Sexualität sich in erwachsene