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Das häufige neurotische Symptom, sich dumm zu fühlen, tritt meistens bei Personen auf, die ihr Denken erotisiert haben; häufig sieht man es zusammen mit Symptomen der Depersonalisation, die, nach Oberndorf, vor allem der Verdrängung der Identifizierung mit einer besonderen (hetero-sexuellen) Denkart zu verdanken sind.
Manchmal tritt das Gefühl der Dummheit als ein vorübergehendes Gefühl auf. Seine Auftreten hängt dann von bestimmten Bedingungen ab, deren Analyse den unbewussten Sinn des Symptoms aufdeckt. Meist ist es eine Abwehrhaltung gegen sexuelle Neugierde, oft eine historisch sehr genau spezifizierte Abwehrhaltung. Die Dummheit, die sexuelle Neugierde abwehrt, kann gleichzeitig unbewusst dazu angetan sein, gerade diese Neugierde zu befriedigen. In Fällen, in denen das Gefühl, dumm zu sein, das Hauptsymptom darstellt, glaubt Oberndorf zeigen zu können, dass—genauso wie bei der Depersonalisation — eine bestimmte Denkweise, diesmal besonders Klugheit oder Dummheit, als eine Geschlechtseigenschaft eines der beiden Eltern aufgefasst wurde, und der Autor versucht die folgende Formel: „Mein Material zeigt, dass Gefühle des Dummseins sich am ehesten entwickeln, wenn eine Identifizierung mit einem dummen Elternteil desselben Geschlechts vorgenommen worden war.“ Er fügt hinzu, das diese Regel keineswegs immer gilt, und gibt Beispiele für Ausnahmen.
O. Fenichel (Los Angeles)