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Rickman diskutiert in spekulativer und allgemeiner Weise (er selbst sagt als „Marginalia Psychoanalytica“) einige Grundprobleme der Ästhetik.
Die Psychoanalyse hat ihre Probleme stets vom Standpunkt des Konfliktes und des Polaren her entwickelt, niemals etwa „die Lust“ anders untersucht als im Zusammenhang mit ihren Gegenspielern Angst, Schmerz und Schuld. Auch Probleme der Ästhetik, meint Rickman, können nicht von abstrakten Fragen nach dem Wesen des „Schönen“ ausgehen; — es gilt, auch das „Hässliche“ zu begreifen, wenn man den Kämpfen zwischen schöpferischen und zerstörerischen Impulsen auf Grund des Kunstschaffens nachgehen will. — Was ist „hässlich“? Zunächst sagt die Ethymologie, dass das Hässliche (the ugly) das Schreckliche, Furchterregende bedeutet: mit Rücksicht auf die deutsche Sprache können wir hinzufügen: das Hasserregende. Dem Kind gilt nicht dasselbe für hässlich wie dem Erwachsenen: die Sexualverdrängung kann einen grossen Teil dieser Veränderung des Hässlichkeitsbegriffes erklären. Insbesondere werde als hässlich angesehen das Unvollständige oder Zerschlagene, der Torso, dem ein Teil fehlt, — nicht nur aus Kastrationsangst, sondern auch aus Angst vor der eigenen Aggression, weil der Anblick des Verletzten dazu führt, noch mehr verletzen zu wollen; ferner das Deformierte, Missproportionierte, Unvollendete und alles, was als „Fremdkörper“ wirkende Details enthält. Alle diese Antipathien sind den sexuellen Antipathien ausserordentlich ähnlich.
Die „inneren Objekte“, die als Subjekte und als Objekte unbewusster Zerstörungssucht so oft ausschlaggebend sind für das, was als hässlich empfunden wird, haben auch noch andere Funktionen in der Kunst: sie sind die eigentlichen „Zuseher“, für welche die Kunstarbeit geleistet wird (während die psychologisch so ähnliche Traumarbeit