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Unter gewissen in Palästina ausgegrabenen Skeletten fanden sich einige in der Körpermitte durchgesägte halbe Skelette von Kindern. Dieser Fund ist vor allem als ein Beweis für die Existenz kanaanitischer Menschenopfer anzusehen. Von grösserem Interesse aber als diese Tatsache ist die spezielle Natur dieser Opfer: — Als Abraham seinen Bund mit Gott schloss, schnitt auch er, wie die Bibel berichtet, das Opfertier in zwei Teile. Dies scheint der allgemeine Ritus bei Schliessung eines Bundes gewesen zu sein. Ein Opfer wurde in der Mitte entzweigeschnitten, und die Vertragschliessenden mussten zwischen den beiden Teilen hindurchgehen. Dies stellte die enge Verbindung der beiden Parteien dar und diente wohl gleichzeitig als symbolische Drohung für die Partei, die es wagen sollte, den Vertrag zu brechen.
Roheim versucht nun, diese allgemeine ethnologische Deutung psychoanalytisch zu ergänzen: 1. Der Brauch zeigt an, dass ein Kriegszustand geherrscht hatte, dem nunmehr Frieden folgen soll; 2. Der Brauch stellt symbolisch eine Geburt (Wiedergeburt) dar; 3. Das Bild der Geburtssymbolik wird durch die Zerstörung eines Körpers kompliziert.