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Ref. schrieb unlängst: „Eine bestimmte Art, sich die Fälle zurechtzulegen, hilft am Beginn der Analyse ausserordentlich, ja, ist notwendig…. Der Analytiker kann die Symptomatologie, den Eindruck der Persönlichkeit, das Benehmen und auch die Erinnerungen des Patienten dazu benützen, um für sich selbst ein dynamisches und ökonomisches Gesamtbild der Struktur des Falles sich zurechtzulegen, im wesentlichen
als ein Orientierungssystem, aus dem sich dann weitere Probleme ergeben…. Mit einem solchen Rahmen im Sinn hört der Analytiker des weiteren mit frei fliessender Aufmerksamkeit zu, und mit seiner Hilfe orientiert er sich…. Natürlich wird dieser Rahmen entsprechend neuen Erfahrungen geändert, aber da er im wesentlichen nur ein ‚Rahmen’ ist, bleibt er im grossen und ganzen unverändert, und wird allmählich mehr bestimmt….“
Saul ist der gleichen Meinung: und er setzt auseinander, wie nützlich die Träume für die Herstellung dieses Rahmens sind, insbesondere die ersten zehn bis fünfzehn Träume, die der Patient während der Kur träumt. Oft kann die „dynamische Diagnose“ aus diesen Träumen allein erstellt werden. (Saul ist der Meinung, dass zu diesem Zweck genaue Protokolle der Analysen notwendig oder zumindest besonders nützlich wären, was Ref. bezweifelt.)
Diese These wird an mehreren Fällen demonstriert, darunter vor allem an vier Fällen von essentieller Hypertension, deren Struktur sehr ähnlich ist. Es scheint für die essentielle Hypertension pathognomonisch zu sein, dass die Patienten unter einer enormen unbewussten Triebstörung leiden, die sich aus einer allgemeinen Bereitschaft zur Aggressivität sowie aus einem passiv-rezeptiven Verlangen, diese Aggressivität loszuwerden, zusammensetzt. Beides ist absolut unbewusst, die Patienten sehen oberflächlich sehr ruhig aus und erlauben sich überhaupt keine Triebäusserung. — Interessant ist, dass die Blutdruckkurve parallel den Trauminhalten zu schwanken scheint.
O. Fenichel (Los Angeles)