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Unter der Bezeichnung „Identifizierung“ werden in der psychoanalytischen Theorie sicherlich recht verschiedene Mechanismen zusammengefasst. Es gab schon verschiedentlich Versuche, verschiedene Typen von Identifizierungen von einander zu unterscheiden. Saussure unternimmt es, einen speziellen Mechanismus herauszuarbeiten, den er von andern Identifizierungen unter dem Namen „Substitution“ unterscheiden will.
Freud beschrieb in seiner Arbeit „Über einige neurotische Mechanismen bei Eifersucht, Paranoia und Homosexualität“ einen bestimmten Typus der Identifizierung, bezw. der auf Identifizierung aufgebauten Objektwahl, der durch Überkompensierung des Hasses gegen den älteren Bruder zustandekommt. Zwischen dieser Überkompensierung eines Hasses und anderen „Identifizierungen“ gibt es so viele Unterschiede, dass Saussure es für gerechtfertigt hält, sie durch eine besondere Namensgebung auszuzeichnen. Die „Substitution“ ist vor allem charakterisiert durch die Einstellung des Subjektes: „Während Identifizierung vor allem andern auf einem Vertrauensverhältnis aufgebaut ist, ist die Grundlage der Substitution ein Misstrauen zwischen dem Subjekt und dem Objekt, mit dem es sich zu identifizieren sucht.“ „Wenn ein Kind irgendwelche neuen Gesten versucht und dabei auf Ironie und Verachtung bei den Eltern stösst, wird es, weit entfernt davon sein Unterlegensein zuzugeben, sich in seinen autistischen Gedanken über seine Eltern erhaben fühlen; aber aus Schuldgefühl oder aus einem gewissen Realitätssinn wird es sich ihnen gleichzeitig unterlegen fühlen. Anstelle einer Identifizierung wird sich zu gleicher Zeit Substitution und Unterordnung entwickeln. Eine solche Situation wird eine narzisstische Reaktion fixieren und gleichzeitig die Grundlage abgeben für einen circulus vitiosus von Minderwertigkeitsgefühlen.“