You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Freud hat uns gezeigt, wie sehr die Worte und die Ausdrucksweisen der Patienten ihre unbewussten Einstellungen verraten. Die Zusammenhänge zwischen der ungewollten Form des sprachlichen Ausdrucks und dem Unbewussten wurden seither verschiedentlich im Detail untersucht. Ferenczi hat an der „Analyse von Gleichnissen“ gezeigt, wie oft Ausdrücke, die die Patienten indirekt oder als Anspielung gemeint hatten, wenn sie direkt und wörtlich genommen werden, das Unbewusste erkennen lassen. Andererseits ist bekannt, dass Metaphern und Redensarten, die heute abstrakt gebraucht werden, einmal einen konkreten, meist magischen Sinn hatten, der unbewusst in Personen, die diese Redensarten heute benützen, noch fortleben mag. — Sharpe verbindet diese Einsichten mit einander; sie macht darauf aufmerksam, wie die Details metaphorischer Ausdrücke, die von Patienten gebraucht werden — gleichgültig, ob es überlieferte Redensarten sind, oder ob die Ausdrücke erst vom Patienten geschaffen wurden — den unbewussten konkreten Ursprung dieser Redensarten aufzeigen, der meist in psychophysischen Erlebnissen des archaischen Ichs gelegen ist. Sharpe beginnt die Reihe der von ihr besprochenen Beispiele mit den Ausdrücken: „Gefühle zurückhalten“, bezw. „Gefühle ausdrücken“, wobei die Gefühle als etwas Materielles gedacht sind und wie Exkremente behandelt werden. Worte haben physische Produkte ersetzt, und die Sprache ursprünglichere und direktere Affektäusserungen. Manche Metaphern gehen auf bestimmte orale (Sauge-) Erfahrungen zurück, manche zeigen die Reaktion auf die Entwöhnung; andere wurzeln in sehr spezifischen Erlebnissen, auf die sie anspielen (die Beispiele von Miss Sharpe sind nicht alle gleicherweise überzeugend). Die Art, wie depressive Patienten über ihre Depression sprechen, brachte Miss Sharpe zur Überzeugung: „Ich habe keine Zweifel, dass der psychische Zustand der Depression zunächst Körperzustände begleitete, da das Kind kalt, nass und elend im Bett lag, in Hoffnungslosigkeit oder