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Alle analytischen Autoren, die sich bisher mit der Schocktherapie befasst haben, stimmen darin überein, dass der Schock und seine therapeutische Wirkung psychisch
den Erlebnissen von Tod und Wiedergeburt entspricht. Silbermann ist derselben Ansicht. „Die wesentlichen Faktoren sowohl bei Insulin als auch bei Triasol sind die ausserordentliche Angst und das Erlebnis des Todes mit dem nachfolgenden Erlebnis der Wiedergeburt und der damit verbundenen Euphorie.“ Sowohl bei Insulin als auch bei Triasol ist ein Stadium intensiver Unlust mit Vernichtungsgefühl und Angst, welches eine Regression darstellt, deutlich von einem nach dem Koma bzw. den Krämpfen sich einstellenden Stadium des Wohlbefindens, welches eine Restitution darstellt, zu unterscheiden. Während des Unluststadiums wird der Patient durch das Trauma, welches ihn zur Anerkennung der Realität zwingt, „aus seinem narzisstischen Schutz-apparat herausgezwungen; auf diese Weise wird teilweise ein normales Ich hergestellt, welches auf die Situation mit der gleichen Angst antwortet, die bei einer gesunden Person erwartet werden könnte“. Interessant ist, bis zu welchem Grade die Vorstellung einer „Wiedergeburt“ wirksam ist, da beobachtet werden kann, wie in der Wahrnehmung, in der Beherrschung des eigenen Körpers usw. frühe Entwicklungsstufen noch einmal durchlaufen werden müssen. In praktischer Hinsicht meint Silbermann, dass Schocktherapie mit Psychotherapie verbunden werden sollte: „Das neue Ich … muss alle Stadien der normalen Kindheit durchlaufen und ist, genau so wie das Ich des Kindes, zunächst zögernd, unsicher in seinen Objektbesetzungen und sehr empfindsam; es braucht besonders Liebe und Ermutigung.“
O. Fenichel (Los Angeles)