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Mit Paul Schilder, der am 7. Dezember 1940 im Alter von 54 Jahren an den Folgen eines Autounfalls starb, ist ein bedeutender Forscher von ungewöhnlicher Vielseitigkeit, ein Lehrer von grossem Format und eine Persönlichkeit von einzigartigem Charme dahingegangen. Für seine zahllosen Freunde und Schüler, denen er als Anreger und Wegweiser Unschätzbares gegeben hat und die ihn liebten und verehrten, bedeutet sein Tod einen schmerzlichen, unersetzlichen Verlust. Seine Arbeiten auf dem Gebiete der Psychopathologie und der organischen Nervenkrankheiten sichern ihm einen Ehrenplatz in der Geschichte dieser Wissenschaften, die er wie kein zweiter beherrschte und bereicherte.
Schilder war in Wien geboren. Er promovierte an der Wiener Universität. Als junger Assistent der Leipziger Nervenklinik beschrieb er 1912 die heute nach ihm benannte Encephalitis periaxialis diffusa. Die klinische und pathologische Abgrenzung dieser Krankheit auf Grund eines kleinen klinischen Materials ist eine der klassischen Leistungen der Neuropathologie. Schilders Arbeit war so vollkommen, dass die zahlreichen Nachuntersuchungen anderer Autoren seinen Befunden bis zum heutigen Tage nichts hinzufügen konnten. 1918 begann Schilder seine Tätigkeit an der Wiener Universitätsklinik für Nerven-und Geisteskrankheiten. Der Wiener Boden, damals ungewöhnlich reich an Anregungen, brachte ihn in Berührung mit allen Problemen auf den Gebieten der Neurologie, Psychiatrie, Psychologie und Philosophie. Seine Interessen gingen weit über den Gesichtskreis des klinischen Arztes hinaus. 1922 erwarb er den Doktorgrad der Philosophie. Einem Kliniker und Denker von Schilders Rang