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Etenim omnes artes, quae ad humanitatem pertinent, habent quoddam commune vinculum et quasi cognatione quadam inter se continentur.
«Denn alle Künste und Wissenschaften, die das Wesen menschlicher Bildung ausmachen, sind durch ein gemeinsames Band verbunden», vermerkt Cicero bei der Verteidigung des Dichters Archias.
Kunst oder genauer der schöpferische Vorgang ist eine ausschließlich menschliche Erfahrung; deshalb klärt sie gewisse Aspekte menschlicher Ichfunktionen, gleichgültig, ob wir deren Erscheinung in Hochkulturen oder in primitiven Zivilisationen untersuchen. Die künstlerische Leistung ist ein psychisches Phänomen, ein Ausdruck jener Anpassung, die zugleich Wirklichkeit und Bindungsbereitschaft miteinander verknüpft. Sie entspringt durch den vergleichsweise freien Zugang zum Primärvorgang, der sich in jenem Bereich menschlichen Erlebens abspielt, in dem weder psychische Strukturen noch der Intellekt die Gefühlserregungen bremsen. Der künstlerische Vorgang ist, wie der Kunsthistoriker Arnold Hauser [1] bemerkt, «ein Heilmittel gegen die unvollkommene, fragmentarische Form des Lebens».
Bevor ich mich jedoch mit dem Phänomen des künstlerischen Schaffens selbst befasse, möchte ich einem Pfad folgen, den die psychoanalytische Theorie nahelegt, den Freud eingeschlagen hat und