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Wenn ein Laie bei einer analytischen Stunde, erst mit einem Erwachsenen und dann mit einem Kinde, zuschauen könnte, dann würde er gewiß nicht den Eindruck haben, daß wir in beiden Fällen mit verwandten Angelegenheiten beschäftigt sind.
Im ersteren Falle sieht er eine ruhig daliegende Person und den hinter ihr sitzenden Analytiker, und während der ganzen Behandlungssitzung ändert sich dieses äußere Bild nicht.
In der Kinderanalyse kann das Kind sich zum Beispiel erst hinter dem Schreibtisch versteckt haben, um auf den Analytiker zu schießen, um in derselben Stunde später ruhig zu erzählen oder zu basteln. Vielleicht ist es auf den Spielzeugschrank geklettert, um von dieser hohen Stellung herab mit dem Analytiker zu sprechen, usw. Zwei große Grundpfeiler der analytischen Methodik, die Stillegung der Motorik und die freie Assoziation, vermissen wir in der Kinderanalyse. Und doch ist es möglich, mit Kindern psychoanalytisch zu arbeiten, wobei der analytische Prozeß sich oft sehr klar gestaltet.
Ich werde versuchen, wenn auch in sehr schematischer Weise, die Unterschiede der Technik zwischen Kinderanalyse und Erwachsenenanalyse darzustellen. Von vornherein möchte ich darauf hinweisen, daß ich eigene Erfahrung nur mit jener Methode der Kinderanalyse habe, die von Anna Freud [1] beschrieben worden ist. Ich lasse aus diesem Grunde die Ansichten Melanie Kleins unberücksichtigt.
Beginnen wir mit der Indikation zur Kinderanalyse. Da treffen wir schon die ersten großen Unterschiede zur Erwachsenenanalyse an. Der Erwachsene wendet sich selbst an den Arzt, weil er leidet, weil er in seinem Liebesleben oder in seiner Arbeitsfähigkeit geschädigt ist. Wir pflegen es als eine Kontraindikation anzusehen, wenn der