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Ein stark ausgeprägtes masochistisches Verhalten kann in einer Analyse erfahrungsgemäß zu einem nur schwer oder auch gar nicht zu überwindenden Hindernis werden. Abgesehen von der sogenannten negativen therapeutischen Reaktion, die metapsychologisch keineswegs befriedigend geklärt ist, können sich in der Behandlung Über-tragungs- und Gegenübertragungsmuster herausbilden, die Analytiker und Patienten in eine Situation bringen, in der Ängste und Schuldgefühle im Zusammenhang mit sadistischen und masochistischen Befriedigungsbedürfnissen sowie ein der Abwehr dieser dienendes Verhalten sich so ineinander verschränken, daß sich eine Art von pathologischem Gleichgewichtszustand der Analytiker-Analysanden-Beziehung herstellt. Die Auflösung einer solchen Situation ist dann unmöglich, wenn ein gewisses Maß an Lustgewinn bei weitgehend geglückter Abwehr von Schuldgefühlen erzielt werden konnte.
Aus Berichten von Patienten, die bei «wilden» Analytikern in Behandlung waren oder bei an sich korrekt ausgebildeten analytischen Anfängern, die den betreffenden Fall zunächst ohne Kontrolle glaubten bewältigen zu können und später eine Kontrolle aus noch zu erörternden Gründen lange Zeit scheuten, geht hervor, daß eine so festgefahrene Situation eine große Stabilität besitzen kann und weder Behandler noch Behandelter in der Lage sind, dem Ganzen - und sei es durch Abbruch der Therapie - ein Ende zu bereiten. Mir sind Fälle von jahrelangem Verweilen in einem solchen Status bekanntgeworden.
Aber auch jeder erfahrene Analytiker kennt Fälle, die absolut refraktär zu sein scheinen, obwohl deren Struktur bisweilen nahezu glasklar durchsichtig ist.