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Für diesen fünften Band des Jahrbuches der Psychoanalyse wurden zum ersten Male die Beiträge unter einem einheitlichen Gesichtspunkt ausgewählt, dem Rahmenthema «Psychoanalyse und Gesellschaft». Auch die weiteren Bände sollen jeweils ein wichtiges und aktuelles Gebiet der psychoanalytischen Forschung behandeln. Verlag und Herausgeber entsprechen mit dieser Neuregelung auch den Anregungen einiger Rezensenten und Leser.
Das Thema dieses Bandes erschien uns besonders aktuell und wichtig und dürfte weit über den Fachkreis der Psychoanalytiker hinaus Interesse finden. Die Psychoanalyse als Wissenschaft kann sich nicht mehr allein beschränken auf die zweisame Arbeit mit dem einzelnen Patienten in der Stille des ärztlichen Sprechzimmers, obwohl sie diesen Ursprung und Quelle ihrer Erkenntnisse nie vernachlässigen und vergessen darf. Sie hat längst einen Stand erreicht, der uns Psychoanalytiker moralisch fordert, unsere Einsichten für die Lösung der Probleme der «Sozialen Pathologie» zur Verfügung zu stellen. Andererseits braucht aber auch die psychoanalytische Forschung für die noch vor ihr hegenden Aufgaben die Ergebnisse der Sozialwissenschaften, der Soziologie und der vergleichenden Ethnologie, die sie nicht unberücksichtigt lassen darf. Die Arbeiten von Max Horkheimer und John P. Spiegel zeigen die Aufgaben und die bisherigen Ergebnisse dieser interdisziplinären Zusammenarbeit. Das Symposion diskutiert deren Problematik, sich dabei hart an dem aktuellen Zeitgeschehen - den Negerunruhen in den USA z. B. - orientierend. Muensterberger zeigt die Anwendungen der psychoanalytischen Ergebnisse und Denkmodelle auf das Problem der Enkulturation, des Hineinwachsens in die Kultur, in der man lebt und zu leben hat. Richters und Balints Arbeiten sind Beispiele für die fruchtbare Erweiterung unserer therapeutisch-technischen Möglichkeiten, die sich aus den Rückwirkungen der Zusammenarbeit mit den Sozialwissenschaften ergeben hat. Richter behandelt die psychodynamischen Probleme, die