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Die Anzahl der praktischen Ärzte nimmt, verschiedenen Statistiken zufolge, ständig relativ zur Gesamtzahl der Ärzte ab. Ja, manche glauben allen Ernstes, der Beruf des Allgemeinpraktikers werde aussterben. Trifft das zu? Meiner Ansicht nach findet nur ein Funktionswandel statt. Die Funktionen des praktischen Arztes werden Schritt für Schritt von solchen Ärzten übernommen, die in irgendeiner Spezialität ausgebildet und erfahren sind und daher die Überzeugung hegen, man solle ihnen eigentlich eine gewichtigere Bezeichnung zuerkennen. Manche unter ihnen werden tatsächlich nach ihrer Speziaütät benannt, andere verwenden Bezeichnungen wie etwa: Hausarzt, Familienarzt, «Grundarzt» (primary physician) und ähnliche. Da ich aus England komme, wo die Tätigkeit des praktischen bzw. Hausarztes anscheinend eine gewisse Renaissance erlebt, werde ich die Bezeichnung «praktischer Arzt» oder «Allgemeinpraktiker» bzw. «Allgemeine Praxis» (general practitioner und general practice) bei meinen Ausführungen verwenden. Gleichzeitig möchte ich jedoch betonen, daß damit alle Ärzte gemeint sind, die bereit sind, den ganzen Patienten bzw. die gesamte Familie ärztlich zu betreuen.
Fast alle Fortbildungsseminare - ganz gleich, ob sie für praktische Ärzte oder für Fachärzte bestimmt sind - sind gemäß der altüberkommenen Beziehung zwischen Lehrer und Schüler aufgebaut. Die Lehrkräfte sind in der Praxis immer Spezialisten, die schon ihrer Definition zufolge mehr wissen, wogegen die Schüler - ganz gleich, ob es Allgemeinpraktiker sind oder Ärzte, die sich spezialisieren wollen - durch ihre bloße Teilnahme am Kursus offen zugeben, daß sie weniger wissen.
Diese Struktur determiniert das Geschehen im Kursus. Die Absicht der Lehrkräfte ist stets die, etwas von ihrem überlegenen Wissen und von ihren vollendeteren Fertigkeiten an die Teilnehmer weiterzugeben. Sie versuchen dies mit Hilfe von Vorlesungen über ihre Kenntnisse