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Die nachfolgenden Thesen sind der (doch niemals auf befriedigende Weise zu verwirklichende) Versuch, knapp und prägnant das zusammenzustellen, was mir an Übertragung und Gegenübertragung als das Wesentliche erscheint.
Ich bin mir des persönlichen, wenn nicht sogar eigenwilligen Charakters des vorliegenden Versuches bewußt. Schon in meiner voranalytischen Zeit stieß ich immer wieder darauf, daß in der Arzt-Patient-Beziehung jenseits aller medikamentösen, chirurgischen oder sonstigen Therapie noch anderes entscheidend wirksam ist. Die Bemühung, dies schwer Faßbare zu erfassen, hat mich dann, enttäuscht an der damals an Universitätskliniken üblichen «Psychotherapie», zur Psychoanalyse geführt. Im Berüner Psychoanalytischen Institut, das Ende der zwanziger Jahre seine ruhmreichste Zeit erlebte, lernte ich vor allem bei Fenichel und Simmel das Phänomen der Übertragung, bei W. Reich auch noch, selbst wenn nur im ersten Ansatz, das der Gegenübertragung in Theorie und Praxis kennen.
Bald nach Beginn des Hitler-Regimes kam es in Deutschland zum Zwangszusammenschluß («Gleichschaltung») aller damaligen «tiefenpsychologischen» Richtungen (Freud, ADLER, JUNG) und zugleich zu einer zunehmenden Isolierung von der übrigen wissenschaftlichen Welt. Mit Kriegsbeginn riß die Verbindung völlig ab. Gerade bei dieser jahrelangen Zusammenarbeit mit anderen Schulen und mit einigen ebenfalls «gleichgeschalteten» Einzelgängern (v. Gebsattel, V. Hat-Tingberg, I.H. Schultz u.a) ging mir mit der Notwendigkeit zur ständigen Auseinandersetzung die Bedeutung der Übertragung erst voll auf - ahnungsweise auch die der Gegenübertragung. Ein Vortrag,