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In den letzten Sätzen des ersten, meist in Kleindruck dargebotenen Abschnittes der Selbstdarstellung erwähnt FREUD (1925d) die Mitarbeiterschaft an einem Handwörterbuch der Medizin. Nähere Hinweise dazu hat erst die Veröffentlichung der Briefe an FLIESS (FREUD 1950a) gebracht, in denen FREUD von seiner Arbeit an einzelnen “Artikeln bei VILLARET” berichtete. Damit ist das Handbuch bezeichnet, um das es hier geht.
Es handelt sich um das Handwörterbuch der gesamten Medizin, welches von Dr. A. VILLARET herausgegeben und bei FERDINAND ENKE in Stuttgart verlegt worden ist. Das Werk war als “Hilfsbuch für den praktischen Arzt” gedacht. Es enthält nach in alphabetischer Folge gegebenen Stichworten Originalartikel über das gesamte Gebiet der praktischen Medizin, die in zwei Bänden von Lexikonformat zusammengefasst sind. Der erst Band mit den Stichworten A—H ist im Jahre 1888 erschienen, der zweite mit den Stichworten I—Z sowie einem Nachtrag im Jahre 1891. Auf dem Titelblatt jedes der beiden Bände sind die etwa 60 Mitwirkenden namentlich aufgeführt, darunter “Dozent Dr. FREUD in Wien”. Diese Angabe bestätigt also noch einmal die Mitarbeiterschaft FREUDs. Dagegen enthält das Handwörterbuch keine Angaben darüber, welche Beträge die einzelnen Mitwirkenden verfasst haben: denn die Originalartikel sind nicht namentlich gezeichnet.
Über seine Mitwirkung schreibt FREUD in einem Brief vom 29.8.88 an FLIESS etwas verärgert: “Meine Beteiligung an VILLARET ist minder ausgiebig geworden, als zu erwarten war. Der Artikel Gehirnanatomie ist sehr zusammengestrichen worden, viele andere schlechte Nervenartikel sind nicht von mir. Der wissenschaftliche Wert des Ganzen ist kein sehr hoher.” In das 1897 angefertigte Verzeichnis seiner wissenschaftlichen Arbeiten (FREUD 1897b) hat FREUD die VILLARET-Beiträge nicht mit aufgenommen, so dass diese bis 1950 ganz unbekannt bleiben konnten.