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«Die Annahme Einer Metaphysischen Begnadung Führt Nicht weiter [in der Erklärung der kreativen Begabung]; sie verdeckt im Gegenteil den größeren Zusammenhang des Problems» schreibt Alexander Mitscherlich (1972, VII) im Zusammenhang mit der Behauptung, die ich einmal aufstellte, daß die genialen Werke außerordentlicher Geister nie werden völlig verstanden oder erklärt werden können. Die Annahme, daß ein psychisches Phänomen einer Erklärung trotzen wird, führt aber nicht notwendigerweise zu der Auffassung, daß man es für ein metaphysisches hält. Erkenntnistheoretiker belehren uns, wie ich glaube mit Recht, daß auch den Erkenntnissen der Physik Grenzen gesetzt sind, da jeweils nur Ausschnitte der physikalischen Wirklichkeit einer Untersuchung unterzogen werden können und die notwendige gleichzeitige Untersuchung der Gesamtwirklichkeit über das Menschenmögliche gehe. Sicher darf man einer solchen Annahme nicht eine metaphysische Auffassung der Wirklichkeit unterlegen. Die Schranke der psychologischen Erklärung des Genies und seiner Werke ist schon dadurch gegeben, daß ein Traum eine Deutungsvielzahl ohne praktische Begrenzung zuläßt. Dies gilt von einem literarischen Meisterwerk in einem höheren Grade, da nicht nur die Verfolgung seiner psychologischen Wurzeln zu einer unübersehbaren Mannigfaltigkeit führt, sondern auch die Deutungsschichten seines Inhaltes nie als erschöpft angesehen werden können.
Mitscherlich fährt Fort: «Eine solche Auffassung gibt vor, die geniale Begabung sei das große Ignoramus», und er weist darauf hin, daß die Entstehung irgend einer Persönlichkeit «psychologisch ebenso wenig befriedigend in alle ihre Determinanten auflösbar» ist.
Kein Zweifel, es ist um die Psychologie trotz Freud noch immer schlecht bestellt, wenn man an Physik und Biologie denkt, aber ich würde an Mitscherlichs Satze doch das «ebenso wenig befriedigend» bezweifeln, denn es scheint mir, daß wir über die Genese der prägenitalen Persönlichkeiten doch mehr wissen als über diejenig