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Die Psychoanalyse versteht sich unausgesprochen als eine Wissenschaft, deren Gegenstand - die unbewußte Welt des Menschen - in den menschlichen Beziehungen verankert ist. Die Praxis der Psychoanalyse ist von solchen Merkmalen geprägt. Alle Vorgänge, die der Erkenntnis und der Heilung dienen, spielen sich in menschlichen Beziehungen ab. Die äußeren Bedingungen des psychoanalytischen Angebotes sind auf dem mitmenschlichen Verständnis für eine einzelne Person, zu der eine langfristige und konstante Beziehung hergestellt und durchgehalten wird, aufgebaut. Der Prozeß der Heilung orientiert sich an dem Reifungsgrad der gewonnenen Beziehungsfähigkeit zum Mitmenschen. Die Kranken, die dieser Behandlungsmethode unterzogen werden, entwickeln gesetzmäßig eine Übertragungsneurose, d.h. ihre Neurose wird in eine Beziehungsneurose überführt, in der sich die Schicksale der primären Beziehungskonflikte mit ihren Symptomen an der Person des Behandlers wiederholen. Als Ursache für die Konflikte entdeckte die Psychoanalyse die Macht der Triebe. Für Krankheitsformen, aus denen sich der Prozeß der Übertragungsneurose nicht entwickeln läßt, war die Psychoanalyse folgerichtig eine Zeitlang nicht zuständig. Freud nannte eine Gruppe dieser unbehandelbaren Krankheiten die narzißtischen Neurosen in Abgrenzung von den Übertragungsneurosen. Entsprechend seiner Libidotheorie hatte er die Vorstellung, diese Kranken können Objekte nicht mit Libido besetzen, sie haben sich von den Menschen und ihrer Umwelt abgewendet und ihre ganze Libido hat sich auf ihr eigenes Ich bzw. ihr Selbst zurückgezogen und verursacht auf diesem Wege die für diese Kranken typischen Phänomene. Da diese Kranken nicht “übertragen”, d.h. in der Beziehung zu einem menschlichen Objekt ihre infantilen Triebkonflikte wiederholen und durcharbeiten können, ist der Psychoanalytiker nicht in der Lage, sie zu behandeln. Dennoch haben die Psychiater unter den Psychoanalytikern schon zu Freuds Zeiten keine Mühe gescheut, sich mit den Mi