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Bei größeren Untersuchungen über dissoziale Jugendliche fällt immer wieder ein Verhalten auf, das als dranghaft, zwanghaft, impulsiv, obsessiv beschrieben werden kann. Hierzu zählen einerseits die als Monomanien bezeichneten Verhaltensweisen, etwa die Poriomanie (das obsessive Weglaufen), die Pyromanie (das obsessive Feuerlegen), die Kleptomanie (das obsessive Stehlen) usw. Hierzu gehören aber auch jene obsessive Unrast und Umtriebigkeit, die Stott in “Delinquency and Human Nature” durch ein “desire for constant change, excitement and hyper activity” gekennzeichnet hat. Besonders häufig äußert sich diese Unrast und Umtriebigkeit bei dissozialen Jugendlichen in obsessivem Schulschwänzen, Weglaufen sowie “Bummeln”, “keeping late hours”, wie es im angelsächsischen Schrifttum genannt wird: in einer Studie des Ehepaars Glueck über 500 amerikanische Delinquenten (Glueck, S., Glueck, E.: Unraveling Juvenile Delinquency) und einer eigenen Untersuchung von über 1000 Berliner Probanden der sog. “Öffentlichen Erziehung” (Hartmann, Theoretische und empirische Beiträge zur Verwahrlosungsforschung) gehörten das Weglaufen mit einer Häufigkeit von 59,0 % bzw. 64,2 % und das “Bummeln” mit einer Häufigkeit von 91,0% bzw. 67,1 % zu den Merkmalen mit sehr hohen Manifestationsraten.
Zur Psychiatrie des obsessiven Verhaltens: Ursprünglich, jedenfalls von Esquirol, wurden alle Erscheinungsformen des obsessiven Verhaltens als Monomanien bezeichnet. Nach Guiraud unterschied Esquirol zwischen der “lypemanie”, gekennzeichnet durch “tristesse” und “depression”, und der “monomanie”, gekennzeichnet durch eine “passion exaltee et expansive”, wozu er alle impulsiven, aber auch alle manischen Zustände rechnete. Später wurden nur die speziellen Erscheinungsformen des obsessiven Verhaltens, also das obsessive Weglaufen, Stehlen oder Feuerlegen “Monomanien” genannt. Heute wird diese Bezeichnung wenig gebraucht, weil sie keine nosologische Krankheitseinheit repräsentiert. Jaspers fand obsessive bzw. dra